4 Wochen Südstaaten mit Swamps, Plantagen und Musik im Frühjahr 2018

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*vanbasten

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Dienstag, 06.03.2018

Heute Morgen hatte es zum Glück wieder strahlenden Sonnenschein. Wir frühstückten heute gemeinsam mit einem amerikanischen Rentnerpaar und einem französischen Paar und es war wieder selbst gemacht mit Rührei, Brötchen und Obst. Das französische Paar wollte nur Toastbrot mit Butter frühstücken und beteiligten sich nur wenig an der Unterhaltung, wobei offenbar nur sie etwas Englisch sprach. Als wir gepackt hatten gab es einen wirklich netten Abschied von Christine, als ob wir uns schon lange kannten. Es war ein sehr schöner Aufenthalt hier, wir haben uns hier fast gefühlt wie zu Hause.

Die erste Fahrt führte uns heute zur Frogmore Plantation wo seit Beginn des 19. Jh viele Jahre Baumwolle angebaut wurde. Dort stehen noch einige Originalgebäude und Einrichtungen aus dieser Zeit, ein Teil wurde rekonstruiert. Das älteste Haus ist von 1790. Auch hier wurden wir mit einem Einführungsfilm begrüßt, wir erfuhren viel über den Baumwollanbau, Verarbeitung und die Sklavenbehandlung im speziellen auf dieser Plantage, aber auch allgemein. Zu besichtigen war z.B. eine automatische Baumwollverarbeitungsmaschine aus 1897, die schon mit einer Dampfmaschine angetrieben wurde.







Nach der empfehlenswerten Führung gab es eine Planänderung, nämlich wir nahmen den Weg über Alexandria statt wie geplant über Baton Rouge, da kürzer. In Alexandria liessen wir uns einen Kaffee schmecken und fuhren danach über die I-49 nach Louisiana. Später haben wir dann von der Interstate aus einen schwarzen Bären gesehen, der in einem der vielen Wasserteiche neben der Autobahn getrunken hat. Gegen 17 Uhr kamen wir dann in Lafayette an, wo wir ein Zimmer im B&B in der Mouton Plantage gebucht hatten.





Das Plantagenhaus ist von 1797 und wir bekamen eine kleine Suite im Obergeschoss (ein Upgrade?  :)). Da gerade Happy Hour war, hat man uns Getränke und selbst gemachte Krabbentaschen angeboten. Das war eine sehr nette Geste und wir fühlten uns gleich fast wie bei Freunden zu Hause. Birgit trank einen Hauscocktail mit Bourbon, Gin, Eistee und Minzlikör, eine Spezialität des Hauses. Komisch, sie war danach so lustig drauf - erst recht nach dem Nachschlag  :wink:



Mit dabei war noch ein nettes Ehepaar aus Irland, das jedes Jahr 5 Monate in ihrem Haus in Florida lebt und hier gerade auf einer Rundreise unterwegs war. Wir haben uns noch lange nett unterhalten.

Zum Abendessen waren wir im Randol’s Restaurant, einheimisch Crawfish essen (half/half mit scharfer Sauce und Reis, zudem frittiert mit French Fries) und haben dabei eine Live-Band mit Cajun Musik gehört. Nach dem Essen mischten wir uns auf der Tanzfläche unters Volk und haben uns getraut zu tanzen, obwohl wir Cajun Musik zum ersten Mal hörten.





Unsere Route heute:


Unterkunft   Mouton Plantage B&B, Lafayette (LA)
Preis           147 Eur inkl. Frühstück
Bewertung   **** / zentral gelegen, Zimmer Atchafalaya: Schlafzimmer mit Sekretär, Salon mit offenem Kamin und Badezimmer, gutes Wifi, gutes selbst gemachtes Frühstück






*partybombe

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Eine richtig schöne Unterkunft im Plantagenhaus :dusche:

*Simone_JJ

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Aaaah wir haben auch eine Reservierung auf der Mouton Plantation. ...Wobei ich überlegt habe, das zu stornieren, eine Nacht länger in NoLa zu bleiben und von dort nach Vicksburg durchzurauschen. Wenn ich lese, wieviel Zeit ihr den Mississippi entlang verbracht habt... puuuh UND Jungle Gardens/Tabasco wäre raus...
Na, ich warte mal auf den nächsten Tag.  :hand: :applaus:

*vanbasten

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Aaaah wir haben auch eine Reservierung auf der Mouton Plantation. ...Wobei ich überlegt habe, das zu stornieren, eine Nacht länger in NoLa zu bleiben und von dort nach Vicksburg durchzurauschen. Wenn ich lese, wieviel Zeit ihr den Mississippi entlang verbracht habt... puuuh UND Jungle Gardens/Tabasco wäre raus...
Na, ich warte mal auf den nächsten Tag.  :hand: :applaus:

Also, zwei Nächte in Nola sollten es schon sein. Ansonsten kommt diese Stadt einfach zu kurz. Aber die Gegend entlang dem Mississippi ist auch toll, einfach noch sehr ursprünglich. Natchez hat uns übrigens besser gefallen wie Vicksburg. Warte mal ab, morgen geht es weiter.

*vanbasten

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Mittwoch, 07.03.2018

Heute gab es um 8:30 Uhr gemeinsames Frühstück, diesmal in zwei Zimmern, weil so viele Gäste da waren. Es gab typisches Cajun Frühstück mit Crawfish in pikanter Sauce, etwas Rührei, Brötchen und einen Obstbecher. War wieder lecker und reichhaltig. Kaffee und Orangensaft gab es natürlich auch. Unsere Frühstücksbegleiter waren diesmal das Paar aus Irland, ein Paar aus Seattle (sie ist ursprünglich Holländerin) und ein amerikanisches Paar auf dem Weg nach Natchez zu einer Hochzeit. So lernt man wirklich interessante Leute kennen und fast alle sind sehr kommunikativ.

Unsere Fahrt ging zuerst über New Iberia nach Avery Island zur weltweit einzigen Tabasco Fabrik (wusste ich übrigens vorher nicht). Man kann die gesamte Fabrikation in acht Stationen besichtigen und wenn man möchte noch die Jungle Gardens, die von den Firmeninhabern auf einer Insel angelegt wurde und wo man Wildtiere wie Vögel, Alligatoren, Schildkröten oder Bären beobachten kann. Ausser zwei faulen Alligatoren, vielen Vögel und der allerdings tollen, blühenden Pfanzenwelt war heute jedoch nicht viel zu sehen. Dennoch fanden wir den kombinierten Besuch empfehlenswert.











Vor der Besichtigung der Fabrikgebäude kann man eine Ausstellung der Geschichte vom Familienbetrieb besuchen. Dann machten wir uns an den Rundgang durch die Fabrik, der nicht geführt ist. Dafür werden die einzelnen Fabrikationsstationen mit Schildern erklärt.




Tabasco-Fässer

Im Gebäude, wo der zuvor drei Jahre in Eichenfässern gelagerte Tabasco dann noch 2-3 Wochen gerührt wird, muss man ständig husten vom kratzigen Essig-Geruch, der vor dem Rühren beigemischt wird. Eine ganz spezielle Erfahrung. Man kann von einem Besuchergang aus auch in die Abfüllung sehen. Jetzt noch kurz durch den Tabasco-Shop, weil danach hatten wir uns vorgenommen noch eine Swamp Tour zu machen. Um es vorweg zu nehmen, es sollte irgendwie noch nicht sein.


Rührbehälter mit Tabasco


Abfüllbereich

Nach der Besichtigung fuhren wir weiter auf der US-90 zuerst bis Franklin auch durch die historische Main Street, wo sehr schöne Häuser stehen. Die Dichte der prächtigen (alte und neuere) Häuser setzt sich nach Franklin fort. Wir fuhren weiter bis Morgan City wo in unserem Reiseführer die Swamp Gardens angepriesen wurden. Als wir dort ankamen, fanden wir dort nur einen kleinen Park mit Zypressen vor und über dem Eingang stand Welcome at Swamp Gardens. Das kann doch nicht alles sein?

Wir fanden nichts weiter, also auf zum Visitor Center nach Houma und sich nach einer richtigen Swamp-Tour erkundigen. Dort erzählte uns die freundliche Mitarbeiterin nach einem kurzen Telefonat mit zwei Tour-Veranstaltern, dass die Touren alle schon kurz nach Mittag beginnen weil die Alligatoren vor allem bei Wärme herauskommen. Nun war es schon halb zwei und morgen ist uns das zu spät. Okay, dann wenigstens mit dem Auto auf Empfehlung in die Swamps fahren nach Cocodrie wo es auch einen Aussichtsturm geben soll. Was die Dame nicht bedachte ist, dass wir aufgrund der Strecke erst nach 16 Uhr ankommen werden und der Turm bereits um 4pm geschlossen wird. So fiel das auch flach und wir fuhren wir dann direkt zu unserer heutigen Unterkunft.

Für heute Nacht hatte ich bei Wildlife Gardens in der Nähe von Houma eine Cabin inmitten der Swamps reserviert. Als wir dort ankamen war am Office eine Nachricht hinterlegt mit einer handgemalten Karte wo wir unsere Cabin finden. Unsere Cabin war dann eine einfache Holzhütte direkt am Wasser, gerade Platz für ein Doppelbett und ein kleines Badezimmer. Davor gab es eine eingehauste Veranda mit Tisch. Sehr einfach und ohne Internet, was für ein Kontrast zu den letzten Übernachtungen!


unsere Swamp-Hütte im Hintergrund




mitten in den Swamps

Nach dem Einrichten sind wir den kurzen Hike abgelaufen und entdeckten im „Urwald“ doch tatsächlich drei Alligatoren (zum Glück hinter einem Zaun) und mehreren Pfauen, darunter ein weisser. Das war Wildnis pur, auf diese Übernachtung bin ich mal gespannt, wenn es ganz dunkel ist.


Mini-Trail


unsere Nachbarn







Zum Abendessen fuhren wir wieder zurück nach Houma, denn wir wollten bei Texas Roadhouse essen, mal wieder eine Abwechslung zur scharfen Cajun Küche. Dort standen die Leute vor der Türe aber dermaßen Schlange am mittlerweile empfindlich kühlen Abend, so dass wir uns entschieden gegenüber der Strasse ins Outback Steakhouse zu gehen (unsere Premiere). Leider haben wir es schnell bereut, denn die Qualität war unterirdisch dort: beide Steaks tot gebraten und trocken, Mashed und Filled Potatoes waren kalt, lediglich der Cesars Salat war gut.

Zurück an der Cabin war es bereits stockdunkel und der Weg vom Auto durch die spärlich beleuchtete Wildnis zur Cabin war schon etwas unheimlich. Ich setzte mich dann noch eine halbe Stunde auf die Veranda und hörte den diversen Tierlauten in der Umgebung zu, die Pfauenrufe übertönten aber alles. Mitten in der Nacht sind wir einmal aufgewacht, weil irgendein Tier auf unserem Dach lief. Den Geräuschen nach zu urteilen kann das kein kleines Tier gewesen sein.

Unsere Route heute:



Unterkunft    Wildlife Gardens B&B, Houma (LA)
Preis            $120 inkl. Frühstück
Bewertung   *** / mitten in der Wildnis, einfach eingerichtet, ohne Wifi, gutes selbst gemachtes Frühstück, sehr nette Betreiber





*partybombe

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Die Hütte sieht wirklich, wie eine Hütte - also sehr einfach - aus

*vanbasten

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Donnerstag, 08.03.2018

Heute früh um 8.30 Uhr waren wir zum Frühstück bei Betty und Vernon im Frühstücksraum geladen. Zuvor liefen wir noch mal den kleinen Umweg zu den Alligatoren und fanden aber nur einen im Wasser, nur die Augen schauten raus. Es gab Rührei, Hashbrowns und Waffeln zu essen und Betty und später auch Vernon frühstückten mit uns zusammen. Sie hatten viel zu erzählen über ihr Grundstück und den Swamps, von ihrem verstorbenen ersten Mann, der das Ganze hier aufbaute und über die verschiedenen Tiere, die hier leben. Es war eine sehr herzliche Atmosphäre und wir glauben, die beiden hatten uns irgendwie gleich ins Herz geschlossen. Danach hat Betty uns noch draussen alles gezeigt, unter anderem den Star: eine seltene Alligatorschildkröte. Jedes Jahr ziehen die beiden ein Exemplar hier auf und entlassen es dann wieder in die Freiheit. Die nette Führung ging weiter bis wir versuchten freundlich darauf hinzuweisen, dass wir noch weitere Pläne für den Tag hatten. Somit checkten wir aus und verabschiedeten uns herzlich von den beiden.

Wir fuhren dann direkt durch zur bekannten Oak Alley Plantation. Dort machten wir aber nur einen kurzen Fotostopp am Arealzaun und machten Bilder vom schönen Haupthaus bzw. vor allem von der eindrucksvollen Eichen Allee.




Oak Alley Plantation

Dann fuhren wir zur Laura Plantation ganz in der Nähe, die wir besichtigten. Die Geschichte dieser Plantage ist ganz besonders, denn die namensgebende spätere Besitzerin wurde 1861 auf der Plantage geboren und starb erst 1963 mit fast 102 Jahren. Laura hat ihre Geschichte in einem bekannten Buch niedergeschrieben.



Die Zuckerrohr-Plantage wurde übrigens bis 1977 betrieben. Auch sonst erwarteten uns viele interessante Geschichten rund um diese Plantage, die in grossen Teilen noch im Originalzustand von 1805 und später besteht.


Laura Plantation













Danach haben wir noch jeweils einen Fotostopp bei der Destrehan Plantation und der Ormond Plantation gemacht, bevor wir zum French Quarter nach New Orleans fuhren zu unserer heutigen Unterkunft.




Destrehan Plantation

Das Hotel hat zum Glück einen eigenen, geschlossenen Parkplatz, denn das Parken im French Quarter ist schwierig. Beim Check-in bekamen wir netterweise ein Upgrade und das Zimmer hat uns fast umgehauen. Es handelte sich um eine Suite (übrigens direkt neben der „Paul Mc Cartney Suite“) mit einem Wohnzimmer mit Mikrowelle und Fernseher und einem grossen Schlafzimmer, auch mit Fernseher und Bad. Und einem Balkon zum Innenhof mit Pool.


Hotel


Hotelpool


Häuser gegenüber vom Hotel

Im Internet haben wir uns dann erst einmal Karten für eine Fahrt auf dem Mississippi Dampfer „Natchez“ für morgen Mittag 11.30 Uhr gebucht.

Das Hotel liegt ruhig, aber doch zentral am Rande vom French Quarter und nur zwei Querstrassen vom B.B. King Blues Club entfernt, wo wir heute zu Abend assen und wieder sehr gute Blues Musik hörten.



Nach dem Besuch dort liefen wir noch eine grosse Runde über die Bourbon Street, wo ganz schön was los war.

Unsere Route heute:



Unterkunft   Hotel Le Richelieu, New Orleans (LA)
Preis          $378 für zwei Übernachtungen ohne Frühstück
Bewertung   **** / Upgrade zur Suite, fast schon luxuriös, sehr viel Charme, kostenloses aber mittelmässiges Wifi, Frühstück nicht inbegriffen